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Eichenberger Karl, von Landiswil BE, in Seengen AG
kamarea@gmx.net

Mitglied bei:
Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Historische Vereinigung Seetal

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Untersuchte Schweizer Geschlechter : EICHENBERGER
Sonstiges Forschungsgebiet : GESCHICHTE und RELIGIONEN

Die Geschichte der Familie Eichenberger

Dokumente und Mauerfunde aus dem Mittelalter legen die Grundlage zur Familiengeschichte der Eichenberger.

Wir dürfen annehmen, dass ums Jahr 1200 im Gemeindebann Seengen drei "Feste Plätze" bestanden. Heute noch sehenswert ist das Schloss Hallwyl. Weiter, leider total verschwunden, der Turm der Herren von Seengen und der feste Sitz derer von Eichiberg. Die Familie von Eichiberg gehörte sehr wahrscheinlich dem unter Habsburg stehenden, niederen Dienstadel an (Ministerialen). Die Familie bewirtschaftete den Steckhof, auf dem heute noch so genannten Eichberg. Urkundlich seit der Mitte des 13. Jahrhunderts bezeugt. Das Von ist kaum eine Adelsbezeichnung, viel eher bezeichnet es das Herkommen, eben "vom Eichiberg".

Graf Rudolf von Habsburg, der nachmalige König, versuchte sein Herrschaftsgebiet zu festigen und zu erweitern. Seine besondere Fürsorge galt dem alten Römer Städtchen Bremgarten. Es sollte ihm als Waffenplatz in seinen Kämpfen gegen den benachbarten Adel dienen. Mit einem vorteilhaften Stadtrecht suchte er sich eine wehrhafte Bürgerschaft heranzuziehen. Unter den Familien, die damals nach Bremgarten zogen, erschienen die von Eichiberg. Auch die von Seengen, ein ausgestorbenes Geschlecht, zog zu den gleichen Umständen nach Bremgarten. In vielen Dokumenten werden beide Familien gleichzeitig erwähnt.

Ulrich von Eichiberg war 1258 Ratsschreiber in Bremgarten. Johans von Eichiberg war Schultheiss von 1343 - 1372. Worauf sein Sohn Ulrich bis 1398 als Schultheiss amtierte.

Eichiberg sind anderseits seit 1359 im Wynen- und Seetal nachgewiesen. Noch im Jahre 1700 führten die Familien im Wynen und Seetal das nämliche redende Wappen wie die Familie in Bremgarten. Eine Eiche auf Dreiberg. Weiter spricht für die Zusammengehörigkeit der verschiedenen Zweige, dass sie an den gleichen Orten begütert waren. Ein zwingender Beweis für die Zusammengehörigkeit kann aber nicht geführt werden. Die Quellen im 15. und 16. Jahrhundert sind zu spärlich. In fast allen Gemeinden im Seetal und vielerorts im Aargau, sind Eichenberger Zweige heute heimatberechtigt.

Mein Zweig ist in Landiswil im Emmental heimatberechtigt. Örtlich ist dies eine ziemlich grosse Distanz zu den anderen Eichenberger Heimatorten. Seit einigen Jahren versuche ich eine Verbindung Seetal - Emmental aufzuspüren. Einiges habe ich klären können.

Wenn auch dieser Zweig von der Urfamilie vom Seenger Eichberg abstammt, so stellt sich mir die Frage: Warum zog dieser Eichenberger so weit weg von den Andern? Wanderschaft oder gar Vergnügungsreisen gab es damals für Bauern kaum. Möglich wäre das Treffen einer ledigen Frau, auf einem Markt. Auch Handwerker auf der Walz oder Goldsucher dem Napf entlang, nach Goldbach wäre möglich. Am wahrscheinlichsten scheint mir als Auslöser die Religion. Wenn mein Urahn die Reformation annahm, so hätte er deswegen nicht Zuhause weg müssen. Wenn er katholisch bleiben wollte, hätte er ins nachbarliche Freiamt ziehen können. Möglicherweise war er Täufer!

1523 Zürich wurde als erste Stadt in der Eidgenossenschaft reformiert. Zwinglis Reformation entstand aus einer radikal, religiös denkenden Gruppe von gleichgesinnten Freunden. Siehe meine Einstiegsseite über Täufer. Auch im Gebiet des heutigen Aargau gab es vielerorts Täufergemeinden.
1526 Zürich verordnete in Seengen die Reformation. Zwar war Seengen Berner Untertanengebiet, unterstand anderseits dem Zürcher Kirchenrecht. Viele Familien zogen aus. Das Emmental und auch Landiswil war eine bekannte Täuferzuflucht.
1528 Durchbruch für die Reformation in Bern. Auch das Bernische Untertanenland im Aargau wurde zur Reformation gezwungen.
1529
-1571
Auf Geheiss der Berner Obrigkeit wurden 40 Täufer ertränkt. Einer stammte aus Lenzburg, einer aus Landiswil.
ab
1550
wurden die Berner Prädikanten angehalten Taufrodel zu führen. Dies, um später die 14 Jährigen sicher zum Militär erfassen zu können. Wer nicht getauft wurde, erscheint auch nicht in diesen Büchern. Täufer lehnten die Kindstaufe ab, weil sie in der Bibel nirgends erwähnt ist. Natürlich wurden auch Täufer-Ehen nicht eingetragen und galten deshalb für die Mächtigen als illegal.
1571 begann im Staat Bern die Zeit der Bettelordnungen. Alle paar Jahre wurde diese wieder geändert, verfolgte aber immer das gleiche Ziel. Die eigenen Armen sollten im Kirchspiel bleiben und da von der Gemeinde versorgt werden. Fremde Bettler, Landstreicher und anderes Gesindel musste aber verjagt oder erschlagen werden. Die Bettelordnungen führten zur Bildung von Landburgergemeinden. Auch heute wird im Kanton Bern das Wort Burger gebraucht, um heimatberechtigte Bürger von den Zugezogenen zu unterscheiden. Weil sich viele Gemeinden gegen die kostspielige Armenversorge wehrten, musste die Regierung 1614 bestimmen, dass diejenige Gemeinde, wo der Arme in den Jahren seiner Kraft gearbeitet habe, schuldig sei, ihn in gebrechlichem Alter zu erhalten.
1653 Bauernkrieg im Schweizerland: war mein Ur-Ahn ein Flüchtling?
1675 fasste die Bernische Armenkammer folgenden Beschluss: "Dort wo die Armen zugehörig sind, sollen sie wohnen. Wenn sie fortziehen, soll ihnen ein Zeugnis gegeben werden." Bei Verarmung konnte jeder wieder an die Gemeinde überstellt werden, die das Zeugnis ausgestellt hatte. Dadurch wurde der persönliche, erbliche Heimatschein, den wir auch heute noch benutzen, begründet.

Mich interessiert die Lösung der Fragen:

Stammen alle Eichenberger von der Urfamilie vom Seenger Eichberg ab?

Wie weit zurück lassen sich direkte Vorfahren belegen? Hans Eichenberger geb. um 1710 ist der Älteste, mir bekannte Vorfahre, wohn- und heimatberechtigt in Landiswil BE, Bauer.

Ist es normal, dass eine so kleine Gemeinde wie Landiswil über 10 000 Ortsbürger hat?

Ich bedanke mich herzlich für jeden Hinweis zu der offenen Thematik.


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